
Die Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie nicht anzurühren getraute ... Der König aber ward zornig und sprach: „Wer Dir geholfen hat, als Du in Not warst, den sollst hernach nicht verachten.“ Und wie immer im Märchen wird am Ende alles gut und der Frosch verwandelt sich in einen Prinzen.
Im wahren Leben läuft das natürlich anders, man braucht ohne Magie mehr Mut und Überwindung, „seinen“ Frosch anzunehmen und auch unangenehmen Dingen ins Auge zu sehen ... So weit so gut. Aber was hat nun dieses Märchen mit der Ess-Störung deines Kindes, deiner Freundin oder deines Freundes zu tun?
So wie der Frosch der Königstochter in einer „Notsituation“ hilft, hat auch die Ess-Störung eine Art „Helferfunktion“: Sie bietet den Betroffenen eine Handlungsmöglichkeit um mit schwierigen Situationen und belastenden Gefühlen umzugehen. Nur leider hat eine Ess-Störung auch massiven Einfluss auf die gesamte Lebenssituation, unter Umständen sogar lebensbedrohliche Auswirkungen und wird, ebenso wie der Frosch, selbst zu einem scheinbar unüberwindbaren Problem – nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen.
Der König kann seiner Tochter befehlen sich mit dem Frosch auseinander zu setzen, aber jemand der an einer Ess-Störung leidet, kann nur für sich selbst entscheiden, wann der Zeitpunkt gekommen ist der Essstörung ins Gesicht zu schauen und den persönlichen Weg raus aus der Krankheit zu gestalten.
Trotzdem gibt es für Dich als Mutter, Vater, Freund oder Freundin Dinge, die Du unterstützend für Dich und andere tun kannst. Auf unseren Info- und Beratungsseiten findest Du als Angehörige/r oder Freund/in von Betroffenen eine Vielzahl von Angeboten zu Themen wie der Definition von Essstörungen, Therapiemöglichkeiten, Fragen zum Umgang mit Betroffenen, die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Angehörigen oder auch Anonyme Beratung per Email.